Neue Publikation: Das gegenhegemoniale Moment der Demokratie

Abstract
Soziale Bewegungen sind darauf ausgerichtet, die jeweils bestehende soziale Ordnung verändern zu wollen. Als gegenhegemoniale Projekte formulieren sie sichtbare Alternativen zur aktuell vorherrschenden Ordnung und machen so die Kontingenz der sozialen Ordnung öffentlich greifbar. Dabei sind viele gegenhegemoniale Projekte eng mit dem demokratischen Diskurs verbunden, da sie sich in ihrer Protestpraxis mit Hilfe demokratischer Begriffe, Symbole und Praxen artikulieren, um so ihre Forderungen legitimieren. Durch diese fortwährende Re-Artikulation demokratischer Diskurselemente und die mit gegenhegemonialer Praxis einher gehende explizite Sichtbarkeit politischer Alternativen wird der demokratische Diskurs als Ganzes gestärkt. In diesem Sinne sind gegenhegemoniale Projekte eine zentrale revitalisierende Instanz für Demokratie, sodass der Erfolg sozialer Bewegungen als analytisches Kriterium zur Bewertung des demokratischen Status einer Demokratie dienen kann. Die vorliegende Dissertation entwickelt ausgehend von der Hegemonietheorie von Laclau und Mouffe ein Modell von Demokratie als eine spezifische Konstellation verschachtelter diskursiver Hegemonien und gegenhegemonialer Projekte. Über den Begriff des gegenhegemonialen Projekts wird untersucht, durch welche strategischen Bedingungen gegenhegemoniale Projekte gekennzeichnet sind und wie diese Bedingungen mit Hilfe eines komplexen sozialtheoretischen Analysemodells systematisch erfasst werden können. Abschließend wird das entwickelte Analyseraster auf das Fallbeispiel der grünen Bewegung angewandt.

Hagemann, Ingmar (2016): Das gegenhegemoniale Moment der Demokratie. Gegenhegemoniale Projekte und demokratische Demokratie am Fallbeispiel der grünen Bewegung, Universität Duisburg-Essen,
Die Dissertation ist als Open Access online abrufbar

Hinterlasse eine Antwort