Stuart Halls Modell der Massenmedien und Medienrezeption [Grafik]

Ein Ereignis wird laut Stuart Hall so kodiert, dass eine bestimmte Deutung der massenmedialen Nachricht durch den Rezipienten wahrscheinlich ist. Wahrscheinlich heißt hier aber nicht sicher – es gibt immer auch abweichende oder oppositionelle Deutungen. Entsprechend ist der Prozess der Produktion und Rezeption von massenmedialen Nachrichten geprägt durch Versuch der Steuerung und gleichzeitigem Scheitern. Die unten angeführte Grafik soll diesen Prozess auf einem Blick beschreiben und weist zugleich auf eine zentrale weitere Kategorie hin: der Einfluss der ideologischen Konkurrenz.

Letztere ist ein Begriff für die Konkurrenz von unterschiedlichen Sinnprojekten in einer Gemeinschaft. Sie sind es, die letztlich den Rahmen liefern, in dem sich Produktion und Rezeption von Massenmedien abspielt. Im Regelfall kann von einer relativen Dominanz einiger Sinnprojekte ausgegangen werden – bei Laclau als Hegemonie bezeichnet. Diese dominanten Sinnprojekte sind für Massenmedien und (bedingt auch) die Subjekte die Referenz zur Ver- bzw. Entschlüsselung von Nachrichten. Durch das Interesse der Medien, ihre Nachrichten möglichst in einer bestimmten Art entschlüsseln zu lassen, gewinnen dominante Sinnprokjekte ihre zentrale Attraktivität für die Medien. In gewisser Hinsicht sind Massenmedien also auf dominante Sinnprojekte angewiesen bzw. haben eine Affinität ihnen gegenüber.

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