CfP: AK Poststrukturalistische Perspektiven auf Soziale Bewegungen

Aktuelle gesellschaftstheoretische und herrschaftskritische Perspektiven auf soziale Bewegungen, Protest und widerständige Praxen.

In einem Großteil der Arbeiten über sozialen Bewegungen wird überwiegend auf Spezialansätze mittlerer Reichweite über soziale Bewegungen rekurriert. Soziale Bewegungen, Protest und widerständige Praxen können jedoch auch als sichtbarer Ausdruck tiefgreifender gesamtgesellschaftlicher Dynamiken und damit als in vielfältige Macht- und Herrschaftsverhältnisse eingebettetes Phänomen begriffen werden, so dass es sinnvoll erscheintsoziale Bewegungen verstärkt unter einem gesellschaftstheoretischen Blickwinkel zu untersuchen.
Zugleich ermöglichen soziale Bewegungen als besonders kontrastreicher Analysegegenstand ein besseres Verständnis ebenjener gesamtgesellschaftlicher Dynamiken, so dass Bewegungsforschung aus dieser Perspektive weniger als wissenschaftliches Spezialfeld erscheint, sondern vielmehr ein zentrales Element der Analyse moderner sozialer Phänomene darstellt.
Gerade in den vergangenen 10-40 Jahren wurden zahlreiche sozial- und kulturtheoretische Ansätze entwickelt, die soziale Bewegungen als gesamtgesellschaftlich eingebettes und relevantes Phänomen verstehen. Diese Ansätze, wie bspw. diskurs- und hegemonietheoretische bzw. poststrukturalistischen Analysen (Laclau/Mouffe, Foucault, Butler, Spivak, Deleuze) oder praxeologische Modelle (Bourdieu, Boltanski/Thévenot, Latour), gilt es in die Bewegungsforschung zu integrieren.

Im Rahmen des AKs sollen mit Hilfe dieser theoretischen Modelle und Analysen neue Perspektiven auf soziale Bewegungen zusammen geführt und diskutiert werden, durch die soziale Bewegungen vor dem Hintergrund eines komplexeren sozialtheoretischen Modells analysiert werden können. Auf diese Weise können neue, in der deutschen Bewegungsfoschung noch nicht so stark verbreitete Blickwinkel auf soziale Bewegungen eröffnet werden.
In dem AK wird zunächst ein Selbstverständigungsprozess über Schwerpunkte und Inhalte solch einer Perspektive stattfinden. Dieser basiert auf der Diskussion von theoretischen Ansätzen einerseits und (eigenen) empirischen Analysen und Zugängen zum Feld andererseits.

Der Arbeitskreis trifft sich erstmals im Rahmen der Tagung „Bridging and Bonding. Die Forschung zu Protest, Bewegung und Widerstand vernetzen“ des Vereins für Protest- und Bewegungsforschung am 11. und 12. September im WZB.

Anmeldung unter: http://protestinstitut.eu/veranstaltungen/vernetzungstagung-bridging-and-bonding/

Vorschäge für Präsentationen im Rahmen der Tagung oder Interesse an Mitarbeit ohne Tagungsteilnahme bitte an:

Judith Vey (judith.vey@googlemail.com)
Ingmar Hagemann (ingmar.hagemann@uni-due.de)

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