Abstract zum Dissertationsprojekt „Kommunikation, Macht und Hegemonie — Theorie und Praxis strategischer Kommunikation aus gegenhegemonialer Perspektive.“

Abstract zum Dissertationsprojekt „Kommunikation, Macht und Hegemonie — Theorie und Praxis strategischer Kommunikation aus gegenhegemonialer Perspektive.“

Um im Rahmen komplexer Gesellschaften als politischer Akteur strategisch bzw. erfolgsorientiert handeln zu können, bedarf es eines angemessenen theoretischen Modells des Selbst und der Umwelt. Die meisten Ansätze politischer Strategie beschränken sich dabei auf die theoretische Beschreibung der näheren politischen Umwelt und ein Set an Strategien mittlerer Reichweite.
In diesem Projekt wird ein genau entgegengesetzter Ansatz verfolgt: Ausgehend von der Hegemonietheorie Laclaus und Mouffes wird ein Modell von Demokratie entwickelt, in dem sowohl die bekannte Existenz demokratischer Spielregeln als auch die kontingente Genese dieses Regelsystems als lediglich partiell fixiertes diskursives Bedeutungssystemen reflektiert werden kann. Demokratie wird als diskursive Hegemonie verstanden, die einerseits bestimmte Regeln erfolgreicher Artikulation impliziert und zugleich selbst ein volatiles und veränderbares Konstrukt darstellt.
Ein durch dieses Modell erweitertes Verständnis von Strategie stellt die hier untersuchten gegenhegemonialen Strategien professioneller sozialer Bewegungsakteure in einen erweiterten Kontext, der verschiedene Vorzüge verspricht: unter anderem ein verbessertes Verständnis der Strategien sozialer Bewegungen, ein erweitertes Repertoire möglicher strategischer Praxis(-reflexion) sowie nicht zuletzt ein Modell von Demokratie, in dem die Veränderungsbewegungen des demokratischen Diskurses verbessert aufzeigt werden können. Letzteres analysiert damit die politische Praxis immer auch als wiederkehrenden Versuch der (De-)Stabilisierung des demokratisch Denk- und Sagbaren.
Das Projekt versucht dabei, einen doppelten und parallelen Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis zu beschreiten: Erstens durch die Verknüpfung und den Abgleich des hegemonietheoretischen Modells mit konkreter kommunikativer Strategie sozialer Bewegungen. Zweitens in Form des Zieles, eine theoretisch-analytische Diskussion mit einem für die politische Praxis orientierenden Angebot zu verbinden. Die künstliche Trennung von Theorie und Praxis wird damit als überwunden, bzw. im Sinne von Žižek als per se unmöglich gedacht, da entsprechend dieser Prämisse sowohl Theorie als auch Praxis im jeweils anderen immer schon enthalten sind.

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